Ein Stethoskop mit EKG und kleinen roten Herzen. Verliebt auf der Station.

Es ist ein typisches Klischee in der Pflege: das Techtelmechtel zwischen Arzt und Krankenschwester auf der Station.

Laut einer Studie des Hamburger Meinungsforschungsinstituts Gewis, heiratet jeder vierte Deutsche einen Arbeitskollegen*in. Auch die Pflege ist davon nicht ausgenommen.

Viele Krankenhaus-Serien machen es vor. Liebe und Schmetterlinge im Bauch auf der Station. Genauso wie in den Serien kann es auch in der Realität von Liebe bis ans Lebensende bis zu Trennung mit bösem Blut gehen. Doch was ist, wenn es tatsächlich mal unter Kollegen funkt? Was sollten Pflegekräfte beachten?

Darf der Arbeitgeber Beziehungen auf der Station verbieten?

In Deutschland ist das ganze gar kein Problem. Es gibt keine rechtlichen Vorschriften, die Beziehungen unter Kollegen verbieten. Auch Klauseln im Arbeitsvertrag oder Ähnlichem, wie sie zum Beispiel in den USA häufiger vorkommen, sind in Deutschland unwirksam. Jeder Mensch darf sich treffen und lieben, wen er will.

Aber Vorsicht: Die Arbeitsabläufe dürfen durch die Liebenden nicht gestört werden. Sollte die Zweisamkeit wichtiger werden als die Versorgung der Patienten kann, bei groben Verstößen auch eine Kündigung drohen.

Kann der Chef verliebte auf eine andere Station versetzen?

Ja, das geht, sofern der Vorgesetzte ein paar Kleinigkeiten beachtet. Den Vorgesetzten steht es frei, Angestellte innerhalb der Einrichtung oder sogar andere Standorte zu versetzten. Dabei muss aber beachtet werden, dass der Angestellte nicht benachteiligt wird, zum Beispiel in der Position oder im Gehalt.

Meistens haben Vorgesetzte aber kein Problem mit Pärchen am Arbeitsplatz, sofern, wie oben beschrieben, die Arbeitsabläufe nicht gestört werden.

Vorsicht vor dem Abhängigkeitsverhältnis

Aufpassen sollten man, wenn eine Pflegekraft und zum Beispiel die Pflegedienstleitung sich ineinander verlieben. Hier kann es zu einem Abhängigkeitsverhältnis kommen. Wenn die Pflegekraft dann plötzlich bei der Dienstplangestaltung oder Ähnlichem bevorzugt wird, kann es neben dem Missmut der Kollegen*innen auch schnell rechtlich schwierig werden. Genauso auch andersherum, wenn die Pflegekraft sich in den Azubi verliebt und dieser sich nicht mehr auf die Ausbildung konzentrieren kann.

Der Pflegefunk ist unvermeidbar

Eins sollte Pärchen auf Station klar sein. Der Tratsch wird kommen, so oder so. Oft wird versucht, so eine Liebe erst einmal geheim zu halten. Das klappt meistens mehr schlecht als recht. Mal ehrlich, wer verliebt ist, dem sieht man das an. Und wenn die verliebten auch noch auf einer Station arbeiten, wird es schwierig, dies geheim zu halten. Die Wahrscheinlichkeit ist sogar höher, dass die Kollegen*innen etwas erahnen und dann geht die Gerüchteküche erst so richtig los. Mein Tipp: Geht als Pflegekraft offen damit um. Erzählt den Kollegen*innen was Sache ist. Somit greift ihr vielen falschen Gerüchten schon mal vor.

Was tun, wenn ihr euch nicht mehr auf die Arbeit konzentrieren könnt?

Frisch verliebt im Stationszimmer und eigentlich müssten Akten geschrieben werden oder zusammen am Krankenbett und selbst der Patient merkt, dass da was läuft. Das geht schnell und genauso schnell kann es passieren, dass man sich nicht mehr konzentrieren kann. Dann passieren Pflegefehler, welche im allerschlimmsten Fall sogar Leben kosten könnte. So was darf vorallem als Pflegekraft nicht passieren.

Das Gleiche gilt natürlich auch wenn man sich trennt. Egal ob man im Guten oder im Schlechten auseinandergeht. Ein komisches Gefühl und Verhältnis bleibt.

Das Beste, was man in so einem Fall tun kann, ist ehrlich zu sich selbst zu sein. Wenn einer oder sogar beide merken, dass die Konzentration beeinträchtigt ist, wäre eine Versetzung auf eine andere Station denkbar. Erklärt der Vorgesetzten Person einfach, wie die Lage ist. Er oder sie wird es verstehen.

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Bild von Myriams-Fotos auf Pixabay

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