Körperschmuck in der Pflege - Was ist erlaubt?

In vielen Berufen gilt weiterhin, das auffälliger Körperschmuck verdeckt sein muss. In der Pflege scheint dies jedoch kaum noch ein Thema zu sein. Im Gegenteil, gerade in der Altenpflege scheinen möglichst „bunte“ Kolleginnen und Kollegen interessant für die Bewohner und Klienten zu sein und der Arbeitgeber wirkt jung und modern. Doch auch in der Pflege gibt es Grenzen. Was ist erlaubt und was nicht?

Tattoos:

Früher galten Tattoos als verrucht und ein Zeichen von Rockern, Seeleuten oder Kriminellen. Diese Zeiten sind längst vorbei. Tattoos sind in der heutigen Zeit inzwischen völliger Standard und ein Ausdruck der persönlichen Individualität.
Trotzdem müssen in manchen Branchen während der Arbeitszeit Tattoos weiterhin verdeckt sein. Nicht so in der Pflege. Solange keine verfassungswidrigen Symbole oder Ähnliches zu sehen sind, sollte es hier keine Probleme geben.
Auch aus hygienischer Sicht gibt es keine Bedenken geben, sofern ein Tattoo nicht gerade frisch gestochen ist und daher eine offene Wunde darstellt.

Piercings:

Bei Piercings ist das Ganze schon schwieriger. Diese können nämlich als Eintrittspforte für Keime dienen oder das Verletzungsrisiko deutlich erhöhen.
Aus diesem Grund heißt es von den Arbeitgebern in der Pflegebranche meist von der offiziellen Seite aus:
„Piercings raus oder abkleben.“

Inoffiziell jedoch wird das Tragen von Piercings auch ohne abkleben geduldet. Ausnahme sind hier wiederum Ringe im Ohr, Nase oder Ähnlichem. Diese können ein besonders hohes Maß an Verletzungsrisiko darstellen und werden daher nicht so gerne gesehen.

Bunte Haare:

Auch hier gilt wie bei den Tattoos: „Feel free“.
Lediglich bei der Länge der Haare gibt es Einschränkungen. Sind diese nämlich zu lang müssen sie aufgrund der Hygieneregeln hochgesteckt werden. Dies gilt natürlich für alle Geschlechter.

Lange und lackierte Fingernägel:

Auch wenn lange und lackierte Fingernägel immer wieder in der Pflege gesehen werden, diese sind ganz klar untersagt.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene erhöhen lange und lackierte Fingernägel nicht nur das Verletzungsrisiko von Pflegekraft und Patient, sondern mindern die auch die Wirksamkeit der Händedesinfektion.

Ketten, Uhren und Ringe:

Bei Körperschmuck in Form von Ketten, Uhren und Ringen herrscht wieder eine starke Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis.
Von offizieller Seite aus ist jeglicher Schmuck untersagt.

Hier verweist die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene wieder auf das Verletzungs- und Hygienerisiko.
Auch die meisten Arbeitgeber in der Pflegebranche sagen ganz klar, dass Ketten und Ringe verboten sind.
Lediglich Uhren haben sich vor allem in den letzten Jahren immer mehr etabliert.
Gerade Schrittzähler oder Smartwatches bieten Pflegekräften zum Teil nützliche und zum Teil interessante Gadgets. Daher werden sie von der Arbeitgeberseite zwar nicht gerne gesehen, aber meist geduldet. Trotzdem sind auch Uhren von offizieller Seite aus weiterhin verboten.

Fazit zu Körperschmuck in der Pflege

In vielen Bereichen hängt die Pflegebranche anderen Branchen deutlich hinterher. Nicht so in der individuellen Entfaltung. In der Pflege spielen Äußerlichkeiten im Normalfall keine Rolle und das ist auch sehr gut so. Viel mehr wird auf Menschlichkeit und Empathie geachtet.

Solange es die Hygienerichtlinien nicht beeinflusst, müssen sich Pflegekräfte in Sachen Körperschmuck also keine Gedanken machen.

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Bild von TheDigitalWay auf Pixabay

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