Pflegekraft denkt nach

Kaum ein Thema bereitet Pflegekräften und Vorgesetzten gleichermaßen Bauchschmerzen wie der Dienstplan. Den auch wenn der Dienstplan bereits aushängt, ist er dennoch permanent Thema.

Plötzliche Krankheitsfälle, Kündigungen, Wünsche und spontane Termine möchten geplant und berücksichtigt werden.

Gerade auf der Seite der Pflegekräfte gibt es hier häufig Fragen und Unsicherheiten.

„Muss ich das?“, „Darf mein Arbeitgeber das?“ hört man häufig aus Richtung der Pflegekräfte.

Im folgenden Artikel klären wir ein paar häufigsten gestellten Fragen rund um das Thema Dienstplangestaltung.

Wann muss ein Dienstplan spätestens aushängen?

Hier hat der Arbeitgeber viel Spielraum, denn der Gesetzgeber gibt keine genaue Regelung vor, wann ein Dienstplan aushängen muss. Lediglich § 12 Abs. 2 TzBfG gibt einen Anhaltspunkt, dass Dienstplanänderungen mindestens 4 Tage im voraus geplant werden müssen.

Ansonsten können Regelungen in Arbeitsverträgen, Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen Regeln, wann der Dienstplan spätestens zur Einsicht bereitliegen muss.

Muss ich so arbeiten, wie es im Dienstplan steht oder kann ich Dienste verweigern?

Sofern der Arbeitgeber sich an alle gesetzlichen Vorschriften hält, hat dieser ein einmaliges Direktionsrecht. Der Arbeitgeber kann also vorgeben wie gearbeitet werden soll.

Dienstplanwünsche der Pflegekräfte sind demnach auch erst einmal nur Wünsche.

Auch ein Recht auf wöchentlichen Früh – Spät Wechsel gibt es zunächst nicht. Hier können jedoch auch wieder z.B. Tarifverträge oder Sondervereinbarungen greifen.

Ist ein ausgehängter Dienstplan bindend?

Sobald ein Dienstplan aushängt ist er für beide Seiten bindend. Der Dienstplan ist dann gleichzusetzen mit einem Arbeitsvertrag und Änderungen bedürfen beiderseitiger Zustimmung.

Dies gilt bei plötzlichen Dienständerungen des Arbeitgebers aber genauso bei Wünschen der Pflegekräfte.

Es sollte daher berücksichtigt werden, dass Wünsche immer ein beiderseitiges Geben und Nehmen sind.

Die "Notsituation" als Argument einer Änderung?

Das Argument des Notfalls kann der Arbeitgeber nicht nutzen um zum Beispiel Pflegekräfte aus dem Frei zu holen oder diesen zu streichen.

Notfallsituationen sind zum Beispiel Überschwemmungen, Brände oder sonstige Katastrophen und werden von Behörden ausgerufen.

Krankheitsquoten oder Kündigungen gehören zum normalen Tagesgeschäft und müssen anders ausgeglichen werden.

Darf ich mehr als ein Wochenende am Stück arbeiten?

Der Arbeitgeber darf Pflegekräfte mehrere Wochenenden am Stück planen. Der Samstag gilt nach Arbeitszeitgesetz als Werktag und kann daher frei verplant werden. Bei Sonntagen sieht der Gesetzgeber vor, dass mindestens 15 Stück im Jahr frei zu geben sind.

Für jeden gearbeiteten Sonntag steht der Pflegekraft jedoch ein zusätzlicher Ersatzruhetag innerhalb der nächsten 14 Tage zu.

Wie viele Tage am Stück dürfen Pflegekräfte arbeiten?

Wenn eine Pflegekraft am Montag anfängt zu arbeiten und dann einschließlich der nächsten zwei Sonntage durcharbeitet, tritt die Verpflichtung zur Gewährung des Ersatzruhetages erst nach dem 1. Sonntag auf. Damit könnte also 7 + 12 Tage hintereinander gearbeitet werden. Somit sind nach dem Arbeitszeitgesetz 19 Arbeitstage in Folge möglich.

Jedoch sollte jedem Arbeitgeber auch bewusst sein, dass so viele Dienste am Stück auf Dauer sehr belastend für Pflegekräfte sind und häufig zu noch mehr Ausfällen führen.

Quellen:

https://www.juraforum.de/ratgeber/arbeitsrecht/dienstplan-erstellen-gesetzliche-regelung-und-rechte-des-arbeitnehmers

https://www.pflegen-online.de/schluss-mit-einspringen-aus-dem-frei

https://www.arbeitszeit-klug-gestalten.de/alles-zu-arbeitszeitgestaltung/arbeitszeitrecht/wochenenden-und-feiertage/

Bild: Shutterstock

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